Appell an Herrn Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle

Die Elternbeiräte der vier Landkreis Gymnasien aus Altdorf, Lauf, Röthenbach und Hersbruck haben einen gemeinsamen Appell an Herrn Staatsminister Dr. Ludwig Spaenle geschickt um auf den aktuellen Lehrermangel an bayerischen Schulen aufmerksam zu machen. Bereits um Vorfeld wurde von der Hersbrucker Zeitung über die Initiative berichtet (16. Februar WIP – Woche im Pegnitztal und 13. Februar Hersbrucker Zeitung – “Kein Ersatz für kranke Lehrer”). Hier nun der Brief im Originalwortlaut:

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Herrn Staatsminister
Dr. Ludwig Spaenle
Bayerisches Staatsministerium
für Unterricht und Kultus

80327 München

Betrifft: Gemeinsamer Appell der Elternbeiräte der Gymnasien im Landkreis Nürnberger Land
Unterrichtsausfall an den Gymnasien des Landkreises Nürnberger Land

16. Februar 2011

Sehr geehrter Herr Dr. Spaenle,

auch uns Elternbeiräten der Gymnasien im Nürnberger Land ist nicht verborgen geblieben, dass Sie sich dafür eingesetzt haben, die mit dem doppelten Abitur-Jahrgang 2011 rechnerisch freiwerdenden Lehrerstellen an den Schulen behalten zu können. Die Lehrerzahl an den bayerischen Gymnasien sollte auch nach dem doppelten Abiturjahrgang konstant bleiben. Sie wollten, so haben sie wiederholt betont, damit die Klassengrößen senken sowie den Aufbau von gebundenen Ganztagsangeboten forcieren. Umso größer ist nun die Enttäuschung darüber, dass entgegen dieser Ankündigungen aus Ihrem Hause für die Gymnasien nunmehr doch von Stellenstreichungen ab dem Schuljahr 2011/12 die Rede ist. In Anbetracht von teils massiven Unterrichtsausfällen in bestimmten Fächern sowie von unzureichend oder sehr knapp besetzten Lehrerkollegien halten wir, die Elternbeiräte der vier Gymnasien des Landkreises Nürnberger Land (Hersbruck, Lauf, Altdorf, Röthenbach), es für dringend erforderlich, uns direkt an Sie zu wenden.

Nicht hinzunehmen ist zum einen die an allen Gymnasien beklagte Tatsache, dass den Schulen im laufenden Schuljahr kaum zusätzliche Mittel (T-Mittel) zur Kompensation unvorhersehbarer Unterrichtsausfälle wegen plötzlichen Lehrermangels zur Verfügung gestellt werden. Dadurch ist es den Schulen im Landkreis Nürnberger Land nahezu unmöglich, die immer plötzlich auf­tretenden Schwangerschaftsvertretungen zu organisieren sowie bei vorzeitigen Pensionierungen oder längeren Krankheiten dringend benötigte Lehrkräfte vom „freien Markt“ verpflichten zu können. An allen vier Gymnasien ist in den Fachbereichen Mathematik, Physik und zum Teil in Latein die Situation unbefriedigend bis dramatisch schlecht, weil Lehrer erkrankt oder Quereinsteiger überfordert sind.

Auch bei einem Treffen der Elternbeiräte der Gymnasien im Nürnberger Land, das vor kurzem in Hersbruck stattfand, mussten wir feststellen, dass alle betroffenen Schulen gleichermaßen unter der Misere leiden. Am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Röthenbach an der Pegnitz ist etwa ein Mathematiklehrer längerfristig  erkrankt. Trotz der angekündigten Zuweisung einer neuen Lehrkraft bleibt die Unterrichtsversorgung schwierig. Am Leibniz-Gymnasium Altdorf ist ebenfalls ein Mathematik-Lehrer dauerhaft ausgefallen, ein Ersatz nicht möglich, die Situation höchst unbefriedigend für Schüler und Lehrer. Am Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium in Lauf gibt es im Kollegium derzeit zwei schwangere Lehrerinnen; zum Ausgleich gibt es keine Mittel und damit keinen Ersatz, zudem hat ein Referendar gekündigt. Am Paul-Pfinzing-Gymnasium in Hersbruck ist die Lage ebenfalls in Mathematik kritisch.

Bei den geschilderten Beispielen handelt es sich also nicht etwa um Einzelfälle. An allen vier Landkreisgymnasien ist die Situation in den genannten Fächern höchst unbefriedigend für alle Beteiligten. Angesichts der geschilderten Probleme fordern wir Sie auf, sich bei der Staatsregierung erneut dafür einzusetzen, dass dringend zusätzliche Lehrerstellen geschaffen und keine weiteren Stellenkürzungen vorgenommen werden.

Es ist nicht zu verstehen, dass trotz dieser dramatischen Situation nicht alle verfügbaren neuen Referendarinnen und Referendare für diese Fächer eingestellt werden. Dass kurzfristige haushaltspolitische Vorgaben über nachweisliche bildungspolitische Notwendigkeiten gestellt werden, ist so nicht  hinnehmbar.

Ohne zusätzliches Personal wird überdies die Einführung von Ganztagsklassen an den Gymnasien in den nächsten Jahren nicht zu bewältigen sein. Im Hinblick auf den bevorstehenden Fachkräftemangel appelliert die Politik gern an die Industrie, frühzeitig auszubilden und sich die Arbeitskräfte von morgen langfristig zu sichern. Heute appellieren wir an Sie: Übernehmen Sie mehr Seminarabsolventen als geplant, denn sonst sind diese in wenigen Jahren, wenn der Bedarf wieder wächst und viele Lehrerinnen und Lehrer in den Ruhestand gehen, nicht mehr verfügbar. Es kann nicht sein, dass die Schulen in Bayern mit einer unzureichenden Personaldecke allein gelassen werden. Derartige Engpässe in der Unterrichtsversorgung sind gegenüber den Schülerinnen und Schülern unverantwortlich und sprechen dem von der Staatsregierung vielfach beschworenen „Bildungsland Bayern“ Hohn. Schließlich leidet darunter die Qualität des Unterrichts und des Gymnasiums.

Sehr geehrter Herr Dr. Spaenle, die bayerische Staatsregierung wird nicht müde, die Bildung als die wichtigste Ressource unseres Landes hervorzuheben – einhergehend mit dem stetigen Versprechen, alles zu tun, um die Bildungschancen der bayerischen Schülerinnen und Schüler dauerhaft zu verbessern und auszubauen. Diesen Ankündigungen steht nun zum wiederholten Male eine auf kurzfristige Einsparungen zielende Politik gegenüber, die das einmal gegebene Versprechen zu brechen droht.  Stattdessen wird mit vollem politischen und finanziellem Aufwand ein Prestigeprojekt wie die Olympischen Winterspiele 2018 unterstützt. Wir Eltern werden eine solche Prioritätensetzung zu Lasten der Bildung nicht hinnehmen.

Es würde uns freuen, wenn Sie sich unseres Anliegens annehmen würden. In der Hoffnung auf eine baldige Verbesserung der Unterrichtsversorgung verbleiben wir

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Pflaum
Vorsitzende des Elternbeirats Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck

Angelika Sternberg
Vorsitzende des Elternbeirats Leibniz-Gymnasium Altdorf

Georg Escher
Vorsitzender des Elternbeirats Geschwister-Scholl-Gymnasium Röthenbach

Roman Birle
Vorsitzender des Elternbeirats Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium Lauf

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Ich bin Werbekaufmann und seit nahezu 20 Jahren als Berater in der Kommunikationsbranche tätig. Klassisches Marketing-knowhow gepaart mit hoher Online-Affinität zeichnen mich dabei aus. Gerade wenn es darum geht, wie Online-Medien für die eigenen unternehmerischen Ziele effektiv eingesetzt werden. Neben dem hohen Nutzwert der SocialMedien für Unternehmen oder auch für Privatpersonen, achtet ich dabei immer auf deren bewussten Einsatz Vor allem wenn es darum geht Inhalte im Netz zu veröffentlichen. Es ist wichtig hierbei ein Gespür für die Möglichkeiten und auch für die Gefahren die daraus entstehen können zu entwickeln.